Zeitschrift 

 

Landtagswahl 2011
in Baden-Württemberg

Materialien zur Wahl am 27. März 2011

 

 

P&U aktuell 16 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis


E. Wie werden aus Wählerstimmen Parlamentssitze?
Das Wahlsystem in Baden-Württemberg
(Beispiel: Landtagswahl 2006)


 

Wahlberechtigt ist …

jede Deutsche und jeder Deutscher, die oder der das 18. Lebensjahr vollendet hat

und

seit mindestens
drei Monaten den Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg hat.

Jeder Wähler hat eine Stimme, die er in der Gemeinde abgibt, in der er wohnt.

Jede Gemeinde liegt in einem der 70 Wahlkreise, in die Baden-Württemberg eingeteilt ist.

Jeder Wahlkreis hat einen eigenen Stimmzettel mit eigenen Kandidaten
(Bewerber).

Die Sitzverteilung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Unter der u.g. Adresse steht eine detaillierte Anleitung, die Schritt für Schritt das Wahlrecht und die Sitzverteilung zum Landtag von Baden-Württemberg erklärt (mit Excel-Rechenbeispielen anhand der Ergebnisse der Landtagswahl von 2006).

Die Sitzverteilung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Nicht berücksichtigt sind die Sonderregelungen, die dann gelten, wenn ein Direktmandat an einen Einzelbewerber geht oder an einen Parteibewerber, dessen Partei landesweit weniger als fünf Prozent der gültigen Stimmen erreicht hat.

1. Schritt

Verteilung der Sitze auf die Parteien.
Das landesweite Ergebnis wird ermittelt.
Dazu werden alle Stimmen zusammengezählt, die alle Bewerber einer Partei in ihren Wahlkreisen bekommen haben.120 Sitze (Mandate) werden unter den Parteien verteilt, die landesweit mehr als 5 Prozent der gültigen Stimmen erreicht haben.
Beispiel 2006 (Sitze):

CDU: 58  SPD: 33
GRÜNE: 15  FDP/DVP: 14 

Berechnungsmethode:
Höchstzahlverfahren nach Sainte-
Laguë/Schepers (2006 noch Höchstzahlverfahren nach d’Hondt)


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2. Schritt:

Regionale Verteilung der Sitze innerhalb der Parteien
Die Sitze jeder Partei werden nun innerhalb der Partei regional auf die vier Regierungsbezirke des Landes verteilt: Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen.

Berechnungsmethode:
Höchstzahlverfahren nach Sainte-
Laguë/Schepers (2006 noch Höchstzahlverfahren nach d’Hondt)


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3. Schritt:

Zuteilung der Sitze an Bewerber (Direktmandate)
Wer in einem der 70 Wahlkreise die meisten Stimmen erhalten hat, ist "direkt" gewählt. So werden die ersten 70 Mandate vergeben.

Beispiel 2006
CDU: 69   SPD: 1
Die CDU hat also 11 Mandate (Überhangmandate) mehr erreicht, als in Schritt 1 errechnet.
Alle Direktmandate werden aber vergeben. Die Zahl der Sitze im Landtag erhöht sich somit zunächst auf 131.


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4. Schritt:

Zuteilung der Sitze an Bewerber (Zweitmandate)
Innerhalb der Regierungsbezirke werden nun die noch freien Sitze verteilt. Neben die Erstmandate treten die Zweitmandate.
Dabei ist der Stimmenanteil (bei der
Wahl von 2006 noch die absolute
Stimmenzahl) eines jeden Kandidaten maßgeblich. Er bestimmt
die Reihenfolge, nach der die Sitze
innerhalb der jeweiligen Partei vergeben werden.


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5. Schritt:

Zuteilung der Sitze an Bewerber (Ausgleichsmandate)
Fallen in einem Regierungsbezirk Überhangmandate an, so muss dort geprüft werden, ob die Verteilung der Sitze zwischen den Parteien nach Sainte-Laguë/Schepers (2006 noch nach d’Hondt) noch stimmt. Sonst muss »ausgeglichen« werden. So wurden 2006 im Reg.bez. Stuttgart 2 (SPD), im Reg.bez. Karlsruhe 4 (SPD2, GRÜNE 1, FDP 1) und im Reg.bez. Freiburg 2 (SPD 1, GRÜNE 1) Sitze vergeben.
Diese gingen an die Bewerber mit dem nächstbesten Ergebnis (vgl. Schritt 4). Die Anzahl der Sitze erhöhte sich um 8 »Ausgleichsmandate« auf 139.
 


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